Streit um Alno eskaliert

Beim insolventen Küchenhersteller Alno ist ein Machtkampf zwischen der bosnischstämmigen Unternehmerfamilie Hastor und einigen Großgläubigern entbrannt. Ein Konsortium aus Gläubigerkreisen hat gestern über die Kanzlei Heuking ein Angebot unterbreitet, um die profitable Alno-Tochter Pino fortzuführen. Das Unternehmen fertigt Küchen im Preiseinstiegsbereich.

Dennoch hat die Alno AG heute beim Amtsgericht Hechingen einen Insolvenzantrag für die Tochter gestellt. Pino hat offene Forderungen gegenüber dem Mutterkonzern in Höhe von 40 Millionen Euro. Werden diese Forderungen im Zuge der Insolvenz der Alno AG abgeschrieben, dreht das Eigenkapital von rund 10 Millionen Euro ins Minus.

Das Gläubigerkonsortium wollte die Überschuldung mit einem Verzicht eigener Forderungen und frischem Kapital verhindern und sieht „hervorragende Perspektiven“ für Pino. Dass Alno dennoch Antrag auf Insolvenz gestellt habe, sei ein „Skandal“. „Den handelnden Personen sind das Unternehmen und die Mitarbeiter offenbar egal“, heißt es aus dem Konsortium.

Zuvor gab es bereits um die Insolvenzanmeldung der Alno AG Ärger. Aus Gläubigerkreisen heißt es, auch diese Pleite sei vermeidbar gewesen (siehe auch den Bericht im aktuellen manager magazin 8/2017). Auch die Auswahl der Insolvenzverwalter ist umstritten.

Der beratend eingesetzte Hamburger Anwalt Stefan Denkhaus gilt in Gläubigerkreisen aufgrund seiner früheren Tätigkeit für die Familie Hastor als befangen. Ebenso misstrauisch wird dessen früherer Kanzleikollege Andreas Ziegenhagen beäugt. Ziegenhagen wurde vom Amtsgericht Hechingen als Chief Restructuring Officer eingesetzt. Nun prüfen verärgerte Gläubiger weitere juristische Schritte.

Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/alno-machtkampf-zwischen-hastor-und-grossglaeubigern-eskaliert-a-1159171.html