BDT Media Automation GmbH Geschäftsführer Herr Ritter im Interview

Rottweil 24/09/2012: Das Technologieunternehmen BDT Media Automation emittiert eine Unternehmensanleihe im Volumen von bis zu 30 Mio. Euro im Entry Standard für Anleihen. Bei einer Laufzeit von 5 Jahren und einem BB+ Rating bietet die Gesellschaft einen attraktiven Kupon von 8,125%. Im Interview erläutert Rolf Ritter, Geschäftsführer und CEO der BDT Media Automation GmbH, die Strategie des Unternehmens.

BOND MAGAZINE: In welchen Bereichen ist BDT aktiv?

Ritter: Wir sind ein mittelständisches, weltweit führendes Technologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von Druckerkomponenten und auf vor allem magnetbandbasierende Datenspeichersysteme spezialisiert hat. Unsere Kunden und Entwicklungspartner sind nahezu alle großen IT- und Druckeranbieter, wie z.B. HP, Dell, IBM oder Fujitsu. Diese verbauen unsere Entwicklungen in ihre eigenen Fabrikate oder verkaufen sie unter ihrem Namen. Das bedeutet, dass unsere Produkte aus dem Geschäftsbereich Storage Automation weltweit in nahezu jedem größeren Serverraum und unsere Komponenten aus dem Geschäftsbereich Paper and Media Handling in vielen großen Digitaldruckern zu finden sind.

BOND MAGAZINE: Bei Magnetbändern handelt es sich nicht um eine neue Technologie. Was sind die Vorteile der Technologie und sind Alternativen in Sicht?

Ritter: Moderne Datenbänder sind die einzigen Medien, die eine zuverlässige und lange Haltbarkeit der gespeicherten Daten von rund 30 Jahren garantieren. Und diese lange Zeitspanne ist für viele Anwendungen unabdingbar. Weltweit machen es gesetzliche Vorgaben nötig, dass Unternehmen und Organisationen ihre Daten für viele Jahre aufbewahren und zugänglich machen. So müssen zum Beispiel deutsche Firmen digitale Buchhaltungsdaten mindestens zehn Jahre archivieren, Banken und Versicherungen sind zur Aufbewahrung bestimmter Daten für 15 bis 30 Jahre verpflichtet und Pharmaunternehmen in den USA müssen ihre Daten gar bis zu 100 Jahre speichern. Effektiv machbar ist das nur mit Tape-Technologien. Und auf lange Sicht ist nicht zu erkennen, dass ein anderes Medium diese Technologie zuverlässig ablösen könnte.

BOND MAGAZINE: Wenn Sie fast alle namhaften Anbieter exklusiv beliefern, dann können sich die Produkte qualitativ ja gar nicht unterscheiden. Wie erfolgt eine Differenzierung am Markt?

Ritter: Die Differenzierung am Markt erfolgt über die sogenannte Firmware und das „look and feel“, also über standardisierte Designaspekte. Unsere Produkte werden in der Regel im Paket mit anderen Infrastrukturkomponenten wie zum Beispiel Servern verkauft. Die IT-Hersteller – unsere Kunden – legen viel Wert auf die optimale Abstimmung der einzelnen Komponenten und verkaufen mit ihren Servern auch die dazugehörigen Datenspeichersysteme. Das heißt, BDT-Geräte werden von den jeweiligen Vertriebsorganisationen unserer Kunden im Paket beworben und mit den kundenspezifischen Merkmalen verkauft.

BOND MAGAZINE: Worauf ist das außerordentliche Ergebnis im laufenden Jahr von 2,7 Mio. Euro zurückzuführen?

Ritter:
Wir arbeiten stets daran, noch effizienter zu werden, und nehmen daher laufend Prozessoptimierungen vor. Dazu zählt auch, dass wir uns vornehmlich auf die Produktentwicklung fokussieren wollen. Daher haben wir Produktionsrechte in China verkauft, die das außerordentliche Ergebnis erklären.

BOND MAGAZINE: Wie wollen Sie die Mittel aus der Anleihe verwenden?

Ritter: Wir wollen unsere marktführende Position weiter ausbauen und festigen. Dafür werden wir insbesondere in das Segment für große Datenspeichersysteme und die Weiterentwicklung unserer sogenannten Tornado-Technologie investieren. Diese hat das Potenzial, den digitalen Druckermarkt zu revolutionieren, da sie es möglich macht, unterschiedlichste Materialien wie Papier, Plastik oder Karton schonend und vor allem kostensparend in den Drucker zu transportieren beziehungsweise zuzuführen. Darüber hinaus werden wir einen Teil aus den Mitteln der Anleiheemission zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten einsetzen.

BOND MAGAZINE: Können Sie uns einen Ausblick auf die kommenden Geschäftsjahre geben?

Ritter: Wir wollen in den kommenden Jahren durch die Optimierung unserer Produkte und die stringente Weiterentwicklung neuer Technologien weiter kontinuierlich profitabel arbeiten. Wir haben einige Projekte in der Pipeline, die steigende Umsätze versprechen. Diese positiven Aussichten werden natürlich auch durch die Beziehungen zu unseren namhaften Kunden untermauert. So sind mit der eben bereits angesprochenen Tornado Technologie bereits Aufträge mit einem Umsatzvolumen von rund 25 Mio. Euro eingegangen. Darüber hinaus stehen wir in engen Vertragsverhandlungen mit weiteren großen Firmen aus der Druckindustrie, die unsere Technologie in ihre Applikationen integrieren wollen. Auch im Bereich der Datenspeicherautomation sehen wir ein steigendes Umsatzpotenzial, da der Markt für die langfristige Speicherung von Daten wie beschrieben wächst. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir mit einem Umsatz von rund 124 Mio. Euro und einem EBIT von rund 5 Mio. Euro. Für 2017 gehen wir von einem EBIT von rund 7 Mio. Euro aus.

Das Interview führte Christian Schiffmacher.
Vielen Dank an Fixed-Income (www.fixed-income.org) für das zur Verfügung gestellte Interview.