Aktie eingebrochen | Küchen-Hersteller Alno insolvent

So ist die Lage bei dem – nach der ostwestfälischen Nobilia – zweitgrößten Küchenmöbelherstellers Deutschlands, bei der Alno-Gruppe aus baden-württembergischen Pfullendorf.

Das Unternehmen kündigte in Pfullendorf an, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu beantragen. Der Vorstand entschied sich dafür, das Unternehmen für zahlungsunfähig zu erklären, da bisherige Verhandlungen mit Gläubigern und potentiellen Investoren zu keinem positiven Ergebnis geführt haben.

Föst warf dem Alno-Management schwere Fehler vor. Eine Bilanz für das Gesamtjahr hat das Unternehmen bisher nicht vorgelegt, dreimal wurde der Termin zur Veröffentlichung verschoben. Der Umsatz in den ersten fünf Monaten 2017 fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent.

Die Alno-Aktien brachen bis zum Abend um mehr als 50 Prozent auf rund 0,14 Euro ein und kosteten damit so wenig wie noch nie. Alno hat auch eine Mittelstandsleihe in Höhe von 45 Millionen Euro ausgegeben, die 2018 fällig wird.

„Es ist zu erwarten, dass alle Gläubiger Federn lassen müssen“, sagte Klaus Nieding, Vorstand der renommierten auf Anlegerrecht spezialisierten Kanzlei Nieding und Barth. Seit kurzem amtiert statt des langjährigen Vorstandschef Max Müller der frühere Finanzvorstand Christian Brenner. Der Hersteller hatte seitdem einen neuen Sparkurs eingeschlagen und angekündigt, durch den Wegfall von 350 Stellen in der Verwaltung Millionen sparen zu wollen. Damit sollen die Sanierung von Unternehmen und der Erhalt von Arbeitsplätzen im Vordergrund stehen.

Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit Problemen. Die „Altlasten der letzten zehn Jahre“ hätten nicht schnell genug abgebaut werden können. „Ziel der geplanten Sanierung in Eigenverwaltung muss vor allem sein, die Alno AG finanziell, bilanziell und operativ nachhaltig zu stabilisieren“. Daher komme die Insolvenz nicht ganz überraschend. Einen weiteren Personalabbau dürfe es nicht geben. Man werde sich dagegen zur Wehr setzen, schließlich habe es in den vergangenen Jahren schon eine Reihe von Abbaurunden gegeben. Dies habe aber keine großen Änderungen gebracht. Zugleich zeigte sie sich zuversichtlich, dass das Insolvenzverfahren auch eine Chance biete, „insbesondere wenn man den eingeschlagenen Spar- und Restrukturierungskurs rigoros weiter verfolgt“. KG und Alno Logistik & Service GmbH würden ebenfalls in den Insolvenzantrag einbezogen, heißt es in der Mitteilung. Die übrigen Tochtergesellschaften wie etwa Pino Küchen seien nicht betroffen.

Quelle: http://magmallorca.com/2017/07/14/aktie-eingebrochen-kuchen-hersteller-alno-insolvent/